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Wie entsteht Mineralwasser

Brennpunkt

MINERALWASSER

Natürlich, gesund und ökologisch: Mineralwasser ist das Getränk der neunziger Jahre. Im Trend sind aromatisierte Sorten


Wenn´s heiß wird und sie der große Durst plagt, greifen die Deutschen zum Wasser. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 103 Litern im Jahr sind die Westdeutschen die Nummer drei in Europa. Lediglich Italiener und Belgier trinken noch mehr Mineralwasser.

Die 240 deutschen Brunnenbetriebe schwimmen auf der Erfolgswelle. Im Sonnen-Sommer-Jahr 1994 konnten sie ihren Mineralwasserabsatz auf 7,3 Milliarden Liter steigern – ein Plus von 13,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Wasserboom entspricht nicht nur dem gesteigerten Körper- und Gesundheitsbewußtsein der"Wellness“-Generation, sondern auch dem Umwelt-gewissen der Müllvermeidungsgesellschaft. Schon vor über 25 Jahren haben die Brunnenbetriebe ein gigantisches Mehrwegsystem aufgebaut: 93 Prozent des Wassers füllen sie in Pfandflaschen ab, allein von der allgegenwärtigen 0,7-Liter-Perlenflasche sind 1,5 Milliarden Stück im Umlauf. Ein weiteres Öko-Argument ist das überwiegend regionale Vertriebsnetz der Mineralbrunnen. Abgesehen von den Abfüllungen der wenigen bundesweit bekannten Marken legt kaum eine Flasche von der Quelle bis zum Verbraucher mehr als 100 Kilometer zurück.

Überhaupt bevorzugen die Verbraucher einheimische Wässer: Der Anteil ausländischer Marken am hiesigen Mineralwasserverbrauch ist gering (197 Millionen Liter), und auch die Zeit großer Zuwächse bei diversen Exklusivmarken scheint vorbei: 1994 erreichten sie zusammen nur ein Plus von 2,3 Prozent.

KLEINE MINERALWASSERFIBEL

Das Etikett einer Mineralwasser-flasche informiert über die verschiedenen Inhaltsstoffe. Die häufigsten Angaben – und was sie bedeuten:

* Natrium und Kalium:

Regulieren den Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Die Mineralien sind wesentlich bei der Erregungsleitung zu den Muskeln.

* Chlorid:

Bestandteil der Magensäure, spielt eine wichtige Rolle bei der Verdauung.

* Magnesium: .

Stützt die Koordination von Muskeln und Nerven, erhöht die Konzentrationsfähigkeit und steigert die Ausdauer. Wichtigstes Mineral für Sportler. Bei Managern ist es als Anti-Streß-Mineral bekannt.

* Kalcium:

Wesentlicher Baustein von Knochen und Zähnen, mengenmäßig das wichtigste Mineral in unserem Körper

* Sulfat:

Wirkt entgiftend im Leberstoffwechsel. Regt die Verdauung an

* Eisen:

Trägt zur Bildung der roten Blutkörperchen bei. Verantwortlich fur den Austausch von Sauerstoff im Blut

* Fluorid:

Schutzschild gegen Karies. Verhindert Plaquebildung am Gebiß, härtet den Zahnschmelz

* Jodid:

Ist am Stoffwechsel des Schilddrüsenhormons beteiligt. Beeinflußt den Grundumsatz des Körpers

* Hydrogencarbonat:

Hilft gegen Sodbrennen und Verdauungsstörungen

* Kohlensäure:

Verbessert den Geschmack und hält das Wasser frisch. Kohlensäure fördert die Verdauung und regt das Nervensystem an. Manche Mineralwässer sind natürlich kohlensäurehaltig, andere werden mit CO2 der eigenen Quelle oder mit Fremdkohlensäure künstlich versetzt.

AM LIEBSTEN SPRUDELND

Neuer Trend: „Flavored“-Varianten sind Mineralwässer, die mit natürlichen Auszügen von Zitronen, Limonen oder Äpfeln aromatisiert werden. Im Gegensatz zu Limonade dürfen sie weder künstliche Geschmacks- oder Farbstoffe noch Zucker enthalten. Ihr Marktanteil ist noch winzig (1,4 Prozent bzw. 90 Millionen Liter), aber der Zuwachs gewaltig: 1994 erzielten sie ein Absatzplus von 72,2 Prozent.

SORTENVIELFALT

* Natürliches Mineralwasser

wird direkt an der Quelle abgefüllt, trägt deren Namen. Die ernährungsphysiologische Wirkung des Wassers muß amtlich anerkannt werden.

* Quellwasser

stammt aus einer natürlichen Quelle und wird direkt dort abgefüllt. Mineralisation und positive Wirkung auf den menschlichen Organismus werden aber nicht geprüft.

* Tafelwasser

ist kein Naturprodukt, sondern eine Mischung aus verschiedenen Wässern, geschmacklich abgerundet mit Salzwasser oder Kochsalz.

* Heilwasser

ist ein Arzneimittel. Die Wirksamkeit muß klinisch nachgewiesen werden. Zulassung vom Bundesinstitut für Arzneimittel

SO ENTSTEHT MINERALWASSER

* Regenwasser sickert in die Erde und durchwandert verschiedene Gesteinsschichten.

* Kies-, Schotter- und Sandstein

wirken wie Filter. Sie befreien das Wasser nach und nach von seinen Verunreinigungen.

* Wertvolle Mineralstoffe lösen sich aus dem Gestein.

* Die Mineralien geben dem Wasser seinen individuellen Geschmack. Natrium salzt das Wasser, Kalzium härtet es. Hydrogencarbonat schmeckt erdig, Magnesium und Sulfat bringen eine bittere Note.

* Der Sickervorgang durch die Gesteinsschichten kann mehrere hundert Jahre dauern, bis sich das Wasser in bis zu 1000 Metern Tiefe ansammelt.

* Brunnen zapfen die wasserführenden Schichten an. Zum Schutz vor Verunreinigungen sind die Brunnen mit Ton oder Zement abgedichtet.

DEUTSCHLAND HOLT AUF – JÄHRLICHER PRO-KOPF-VERBRAUCH IN LITERN 1994

Mineralwasser ist das Erfolgsgetränk der vergangenen Jahre. Innerhalb von nur zehn Jahren hat sich in Deutschland der Pro-Kopf-Verbrauch nahezu verdoppelt. Inzwischen ist Mineralwasser neben Bier und Kaffee das beliebteste Getränk der Deutschen.

Quelle: http://www.focus.de